GIDA-Projekt: Automatisierte Informationsauswertung für Handelsentscheidungen

Im Jahr 2001 startete das EU-geförderte Projekt „Generic Information-based Decision Assistant (GIDA)“, welches JRC Capital als Initiator und Projektkoordinator gemeinsam mit drei Partnern über zwei Jahre leitete. Der Fokus von GIDA lag auf der automatisierten Informationsauswertung von Nachrichten und anderen Texten, um diese für Handelsentscheidungen nutzen zu können. Unter der EU-Projekt-Nummer IST-2000-31123 (GIDA) haben wir zusammen mit Finsoft (UK), Ibermática, S.A. (ES) und der University of Surrey (UK) das Projekt realisiert.

Ziele von GIDA

Für das Projekt wurden zwei wesentliche Ziele formuliert. Zum einen lag der Fokus auf der Entwicklung einer anwendungsübergreifend einsetzbaren Ausführungs-Plattform. In diesem Zusammenhang sollten Techniken der Textanalyse zur Informationsextraktion, Klassifikation und automatischen Zusammenfassung weiterentwickelt und mit Prognosemodellen zur Finanzanalyse verknüpft werden. Zweites Ziel war die Integration von Personalisierungsmethoden, so dass Nutzern Individuelle, auf ihr Profil zugeschnittene Inhalte präsentiert werden konnten.

Darauf aufbauendes Ziel des GIDA-Projekts war die Entwicklung neuartiger Informationsdienste und Beratungsmöglichkeiten für Finanzinvestoren auf der zu realisierenden Plattform.

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Enormer Weitblick zum Vorteil für Finanzinvestoren

Das GIDA-Projekt war ein sehr komplexes Projekt und wirkt noch heute auf die Handelssysteme von JRC Capital. Es war eines der ersten Projekte, in dem bereits am Anfang des Jahrtausends noch heute gängige Softwaretechnologien für die Forschung eingesetzt wurden. Dies betrifft im Bereich Software Engineering den frühen Einsatz von Webservices und XML sowie die Erforschung von Einsatzmöglichkeiten personalisierter Dienstleistungen im Sinne eines Empfehlungsdienstes (Recommender Systems).

Für die Anwendung im Finanzbereich mussten einige Kernanforderungen abgedeckt werden. Informationen filtern und aggregieren sowie eine frei konfigurierbare Benutzeroberfläche waren unabdingbar. Schwerpunkt lag auf ersten Versuchen einer Sentiment-Analyse als Bestandteil der Plattform. Hierzu wurden in Kombination mit Häufigkeitsbetrachtungen schlüsselwortbasierter Nachrichtenanalyse auch Handelssignale mit Konfidenzwerten versehen. Zusammenfassend war die Aufgabe: Entwicklung eines personalisierten Finanzinformationssystems sowohl für institutionelle Investoren als auch für erfahrene Privathändler.

Projektergebnisse wirken bis heute

GIDA vereint auf einer Plattform die Analyse von technischen Datenreihen mit fundamentalen Informationen, die aus Textmeldungen extrahiert werden. Somit bietet es basierend auf Informationen und Daten eine entscheidungsunterstützende Funktion. Innerhalb eines einzigartigen Systems beziehungsweise Software-Umfelds existiert ein automatischer und personalisierter Filter für Informationen, für die Texterkennung bei News und Events. Dies bietet die Basis für die mathematische Verarbeitung der Informationen mit anwendbaren Auswertungen und automatischen Interpretationen als Forschungsgegenstand weiterer Projekte. Damit verbunden, aber unabhängig von GIDA, konnte die methodische Verfeinerung der Informationsextraktion und Informationsverarbeitung aus Volltexten erfolgreich gestaltet werden. Auch sie bildete die Grundlage weiterer Forschungen.

Nutzen von GIDA für unsere Handelssysteme

Die Erfahrungen beim GIDA-Projekt zahlen sich noch heute für unsere Handelssysteme und unsere Core-Strategie aus. Vor allem bei der Betrachtung von Strukturbrüchen und Turning Points ergab sich eine Weiterentwicklung. Auch bei der automatisierten Veröffentlichung von Systemsignalen konnte JRC vom GIDA-Projekt profitieren sowie durch Tests und das umfangreiche Feedback der Nutzer auf der Internetportal-Testumgebung des Projektes.