Berlin, 20. Juni 2016 – Das Brexit-Referendum, die Notenbankpolitik und anhaltende Konjunktursorgen sorgen für Unsicherheit an den Märkten. „Eine Währungsabsicherung kann das Risiko im Portfolio in unruhigen Zeiten senken“, meint Jannis Raftopoulos, Gründer des Berliner Devisenspezialisten JRC Capital. „Mit einer flexiblen, aktiv gemanagten Devisen-Overlay-Strategie können sogar zusätzlich Chancen genutzt werden.“

 Nach der Notenbanksitzung ist vor der Notenbanksitzung. Bei ihrem jüngsten Zusammenkommen beschlossen die amerikanischen Währungshüter, den US-Leitzins vorerst nicht erneut anzuheben. Jetzt gehen die Spekulationen weiter, wann und ob die US-Zinsen in diesem Jahr steigen. Viel stärker fiebern die Marktteilnehmer zurzeit allerdings dem 23. Juni entgegen. Dann entscheidet das britische Volk, ob Großbritannien in der Europäischen Union bleiben soll. „Immer wieder neue Umfragen zum Brexit-Referendum treiben die Volatilität, auch innerhalb eines Handelstages, vor allem beim Britischen Pfund, in die Höhe“, sagt Jannis Raftopoulos, Vorstand des auf Währungsmärkte spezialisierten Finanzdienstleisters JRC Capital.

Nach dem Votum könnte die Unruhe an den Märkten anhalten. Sollte es zu einem Ausstieg Großbritanniens aus der EU kommen, bleiben viele Fragen offen, die für Unsicherheit sorgen. „London könnte an Bedeutung verlieren. Politische und wirtschaftliche Spannungen könnten entstehen“, meint Raftopoulos. Daneben erschweren die ständigen Konjunktursorgen in Europa und China das derzeitige Marktumfeld für Investoren.

Flexibles Währungs-Hedging mit variabler Absicherungsquote

Neben den Risiken der Aktien- und Anleihemärkte sind international anlegende Investoren Währungsrisiken ausgesetzt. „Währungsrisiken sind eine strategische Herausforderung. Eine Absicherung dieser Risiken sollte in jedem Portfolio eine große Rolle spielen“, sagt Raftopoulos. „Ohne Währungs-Hedging setzt man ein Portfolio unkalkulierbaren Risiken aus.“

Währungsoptionsgeschäfte bieten sich als ein taktisches längerfristiges Instrument zur Absicherung an. „Sie können aber unter Umständen die Renditechancen schmälern“, gibt der Devisenexperte zu Bedenken. Eine Währungsabsicherung über den Spotmarkt bietet hingegen mehr Flexibilität. Dabei empfiehlt Raftopoulos eine variable Absicherungsquote, die bei Bedarf auf- und abgebaut werden kann. Denn eine ständige volle Absicherung ist zum einen oft teuer, zum anderen verzichtet der Investor komplett auf mögliche Zusatzchancen durch Währungsgewinne.

Ein Beispiel: Ein Kunde hat US-Dollar-Investitionen in Höhe von 1.000.000 Dollar. Das entspricht 877.200 Euro bei einem Wechselkurs von 1,14 Dollar pro Euro. Sein erstes Ziel ist, den Wert seiner Investition in Euro zu erhalten. In Phasen, in denen der Euro gegenüber dem Dollar steigt, möchte er daher seine Investition zu 100 Prozent absichern. In Phasen mit fallendem Euro möchte er die Absicherung auf 50 Prozent reduzieren, um vom steigenden Dollar zu profitieren und sich so Zusatzgewinne zum Werterhalt zu sichern.

Sicherheit und Chance durch aktives, maßgeschneidertes Overlay-Management

Beim Thema Hedging hat jeder Kunde aufgrund seiner individuellen Risikobereitschaft eigene Vorstellungen. „Einige möchten die Absicherungsquote in steigenden Märkten auf über 100 Prozent ausbauen oder in fallenden Märkten auf null Prozent reduzieren“, erklärt Raftopoulos. Mit einem aktiven Overlay-Management lässt sich diese Quote frei steuern. „JRC Capital bietet für größere Kunden maßgeschneiderte Overlay-Strategien an, in denen der Grad der Absicherung anhand mehrerer Modelle auf unterschiedlichen Zeitebenen bestimmt wird“, sagt Raftopoulos.

Basis des Overlay-Managements sind hauseigene Handelssysteme, die auf quantitativen Verfahren beruhen. JRC Capital hat in mehrjähriger Forschungsarbeit eine eigene Analyse- und Prognosesoftware für die weltweiten Devisenmärkte entwickelt. Die integrierten Handelssysteme nutzt JRC Capital nicht nur für die Absicherung von Devisenrisiken, sondern auch für aktive Handelsstrategien im Währungsbereich.

Viele Anleger unterschätzen die Asset-Klasse Währungen

„Die globalen Devisenmärkte sind der größte und liquideste Finanzmarkt. Das tägliche Handelsvolumen liegt bei rund 5,3 Billionen US-Dollar. Als Asset-Klasse werden Währungen aber noch von vielen Anlegern zu Unrecht unterschätzt“, beklagt Raftopoulos. Seiner Ansicht nach gehören sie zu einer ausgewogenen Investmentstrategie – auch aufgrund der niedrigen Korrelationen zu anderen Asset-Klassen. Aktuell signalisiert das wissenschaftlich basierte JRC-Handelssystem gute Chancen für Rohstoffwährungen, die aufgrund der niedrigen Rohstoffpreise unterbewertet sind. „Der Euro durchlebt gerade eine schwierige Phase. Währungen aus den Emerging Markets könnten mit die besten Renditechancen bieten. Allerdings bergen sie auch höhere Risiken“, sagt der Devisenexperte.

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