Kalte Temperaturen, heiße Märkte: NFP als möglicher Stimmungswechsel

Heute richtet sich der Blick der Märkte klar auf die US Arbeitsmarktdaten, während die europäischen Veröffentlichungen eher im Hintergrund bleiben. In der europäischen Sitzung stehen zwar der Schweizer Arbeitsmarktbericht und die Einzelhandelsumsätze der Eurozone an, doch dürften diese Daten weder die SNB noch die EZB zu einer Kursänderung bewegen und entsprechend nur begrenzte Kursreaktionen auslösen. Entscheidend für Risikoappetit, Anleiherenditen und den US Dollar wird der US NFP Report, der für Dezember einen moderaten Beschäftigungsaufbau von 60 Tsd. Stellen bei leicht rückläufiger Arbeitslosenquote auf 4,5% sowie etwas kräftigeren Lohnzuwächsen signalisiert und damit direkten Einfluss auf die Einschätzung der Lohninflation und der künftigen Fed Politik hat.

Der Markt rechnet derzeit mit zwei Zinssenkungen der Fed im Jahr 2026, wobei die erste Senkung im Juni voll eingepreist ist und für die anstehende Sitzung nur eine geringe Wahrscheinlichkeit für einen Schritt nach unten gesehen wird, sodass vor allem deutliche Überraschungen bei NFP und der in Kürze folgenden Inflation nötig wären, um die Erwartungen in Richtung früherer oder zusätzlicher Zinssenkungen zu verschieben. Weiche Daten würden tendenziell die Renditen drücken und den US Dollar belasten, während robuste Zahlen die erwartete Lockerung reduzieren und dem Greenback Auftrieb geben könnten. Parallel dazu rückt der kanadische Arbeitsmarktbericht in den Fokus, für den nach den starken Zuwächsen der vergangenen Monate nun ein leichter Stellenrückgang und ein Anstieg der Arbeitslosenquote auf 6,6% erwartet werden, was nach der zuletzt gesunkenen Inflationsdynamik entweder Spekulationen auf weitere Straffung durch die Bank of Canada dämpfen oder – bei erneut starken Zahlen – rasch wiederbeleben kann.

Zusätzliche Spannungsquelle ist ein möglicher Supreme Court Beschluss zu Trumps Zöllen, der ab dem US Börsenstart veröffentlicht werden könnte und das globale Sentiment beeinflusst. Ein Wegfall der Zölle dürfte kurzfristig als Wachstumsimpuls interpretiert werden und Risikoanlagen stützen, während ein unveränderter Status quo angesichts der bereits angepassten Unternehmensstrukturen wohl nur geringe Marktreaktionen nach sich ziehen würde und allenfalls durch den Abbau politischer Unsicherheit leicht positiv wirken könnte. Insgesamt bleibt der Tag damit stark datengetrieben, mit potenziell hohen intra day Schwankungen rund um die Veröffentlichungen und einer klaren Dominanz des US Makrobilds für die globale Marktstimmung.

USDCAD